Letztens im Bus bin ich einer Gruppe Jugendlicher begegnet, die rumschrien, im Bus hin und her rannten und einander herumschubsten. Mein erster Gedanke war: «Jugendliche, die machen nur Seich.» Ja, ich, eine Jugendliche, bin manchmal genervt von Gleichaltrigen. Und ich denke, damit bin ich nicht allein. Wir alle haben schon einmal eine Situation erlebt, in der wir uns dachten, dass eine Gruppe Jugendliche Ärger bedeutet.
Nachdem ich innerlich meine Augen gerollt hatte als Reaktion auf das Verhalten der Gruppe, musste ich innehalten. Eigentlich war es schön zu sehen, dass die Jugendlichen sich gefunden hatten und sich miteinander wohlfühlten. Von aussen mag ihr Verhalten vielleicht nervig wirken, aber es ist der ausgelassene Ausdruck ihrer Freundschaft, und die ist immens wichtig.
Freundschaften boosten die Sozialkompetenzen
Freundschaften mit Gleichaltrigen bringen den Jugendlichen wichtige Sozialkompetenzen wie Mitgefühl, Kommunikation – zuzuhören und sich auszudrücken –, Kooperation, Respekt und Konfliktlösung bei. All diese Fähigkeiten helfen den Jugendlichen später im Leben. Studien haben gezeigt, dass Jugendliche mit positiven Beziehungen zu Gleichaltrigen in sozialen Situationen besser abschneiden als Jugendliche mit schlechten Beziehungen zu Gleichaltrigen.
Nicht nur im sozialen Bereich können Beziehungen zu Gleichaltrigen positive Auswirkungen haben, auch in ihrer akademischen Karriere können Jugendliche von Kompetenzen wie Engagement und Teamwork profitieren.
Bessere psychische Gesundheit
Auf die Psyche haben Beziehungen zu Gleichaltrigen ebenfalls einen immens grossen Einfluss. Jugendliche, die von sich aussagen, dass sie gute Beziehungen zu Gleichaltrigen pflegen, sind tendenziell geistig gesünder. Eine amerikanische Universität hat in einer Studie herausgefunden, dass gute Beziehungen zu Gleichaltrigen einen grösseren Einfluss auf die mentale Gesundheit haben als soziale Medien. Die Wissenschaftler:innen kommen zum Schluss, dass Jugendliche mit starken und unterstützenden Freundschaften geistig gesund sind, egal wie viel Zeit sie auf den sozialen Medien verbringen. Anders Jugendliche, die sich nicht auf Freundschaften verlassen können und gleich viel Zeit auf den sozialen Medien verbringen: Sie haben mit mehr psychischen Problemen zu kämpfen.
Wenn Sie also das nächste Mal genervt sind von lauten Jugendlichen, denken Sie daran, dass diese durch Freundschaft wichtige Sozialkompetenzen entwickeln und geistige Gesundheit geniessen können.
Quellen:
- https://peartree.school/why-are-peer-relationships-important-for-kids/
- https://echochildren.org/for-teens-mental-health-strong-friendships-matter-more-than-social-media-use-nih-study-finds/
Illustration: Marc Bodmer x Perplexity