Unterwegs mit dem «Viruseinfänger»: An der KUS mit der (immer wieder) neuen Maskensituation

Schülerfoto: Leo Burkard, G4d

Nach fünf Wochen Sommerferien fing die Schule in ganzen Klassen an. Vor den Ferien war das eine andere Geschichte! Die eine Hälfte der Klasse im Teams-Call und die andere im Klassenzimmer, das voller rot-weisser Absperrbänder war.
Im Schulhaus herrschten Verkehrsregeln – wo darf man hoch und wo runter?  Am ersten Tag des Halbklassenunterrichts war ich spät dran und dass ich da – nachdem ich das Velo in der Garage angekettet hatte – auch noch auf Rechtsverkehr, Pfeile und Streifen achten musste, half nicht wirklich.

Doch das war vor den Ferien, jetzt gibt es keine Steige- oder Absteigeverbote mehr – dafür sind andere Massnahmen hinzugekommen. Was immer noch gilt, ist der Rechtsverkehr, und für Weihnachten sind die Gänge schon im Voraus mit Absperrbändern rot-weiss und blau geschmückt.
Um nicht angestarrt zu werden, als ob man etwas im Gesicht hätte, weil man eben genau etwas nicht im Gesicht hat, muss man permanent einen Mundschutz tragen. Überall. In allen Gängen, in der Mensa, in den Garderoben, drinnen sowie neuerdings draussen. Auch in den Klassenzimmern, während der gesamten Lektion. Heisst: Wenn man den «Viruseinfänger» zuhause vergessen hat, ist man ziemlich aufgeschmissen. Man könnte noch schnell in ein Geschäft gehen, um einen zu kaufen, aber um in ein Geschäft zu gehen, braucht man auch eine Maske, wegen der man in das Geschäft will, wohin man aber ohne Maske nicht darf. Das alte Dilemma, welches von Mani Matter schon sinngemäss besungen worden ist.

Falls es einem also mal passieren sollte, dass man seine Maske vergisst, was mir anfangs auch des Öfteren passiert war, kann man irgendwo eine Ersatzmaske aufbewahren. Ich habe meine im Spind. Im Fall, dass ich meine Maske vergesse, nehme ich dann mein T-Shirt, ziehe es mir über Nase und Mund und versuche unbemerkt zu meinem Spind hochzuschleichen. Dass ich dabei der am dümmsten aussehende Ninja an der Schule bin, ist mir bewusst.
Manche Schüler versuchen, auch jetzt das Beste aus der Situation zu machen: Sie werden zum Beispiel kreativ und schreiben etwas auf die Maske drauf oder sie kaufen sich Stoffmasken, die zum Outfit passen.

Natürlich muss man die Maske nicht tragen, wenn man etwas isst oder trinkt. Aber wenn man den Mundschutz nun praktisch 100% der Schulzeit anhaben soll, wäre dies wohl eine gute Gelegenheit, eine Diät zu machen, um das Quarantänefett wieder abzubauen.

Aus verschiedenen Gründen scheinen mir die Maskenmassnahmen nicht immer ganz konsequent, aber da wir uns in einer sehr speziellen Situation befinden, will ich nicht behaupten, es besser zu wissen. So werde ich das Maskentragen respektieren und eines Tages den Mundschutz vielleicht sogar nicht mehr vergessen, sondern nur noch mein Turnzeug.