Chinesischer Kalligraphieabend

Chinesischer Kalligraphieabend

Am Abend des 11. Februars tauchten knapp dreissig Interessierte in der Aula unter der Anleitung des Malers und Kalligraphen Yang Xinglai in die Welt der chinesischen Kalligraphie ein. Herr Yang, der bei dem berühmten Maler Guan Shanyue und an der Kunstakademie Yunnan (China) Tuschmalerei und Kalligraphie studiert hatte, vermittelte den Anwesenden zuerst ein paar grundlegende Ideen und Prinzipien der chinesischen Kalligraphie. Zum Beispiel sollen die senkrechten Striche nicht ganz gerade, die neunzig-Grad-Winkel nicht ganz genau neunzig Grad und die Abstände zwischen Querstrichen nicht ganz identisch sein, weil die Zeichen sonst langweilig aussehen. Dabei betonte er, dass für das Kalligraphieren keinerlei Vorkenntnisse der chinesischen Schrift notwendig sind. Bevor sich die Anwesenden ins Üben vertieften, zeigte er uns, wie man den Pinsel korrekt hält und wie die einzelnen Grundstriche, aus denen die Zeichen bestehen, mit dem Pinsel geschrieben werden. Herr Yang ging bei allen einzeln vorbei und führte ihre Hand, damit sie genau spüren, wie sie den Pinsel führen müssen und wo mehr, wo weniger Druck notwendig ist. Während einige sich sehr ausdauernd der Perfektionierung einzelner Striche widmeten, versuchten andere schon bald, ganze Zeichen zu kalligraphieren. Herr Yang ging stets individuell auf die Teilnehmenden ein und holte sie dort ab, wo sie hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und ihrem Vorwissen standen. Das durchschnittlich sehr junge Publikum freute sich zudem über die Snacks und den Tee und nutzte die Pausen als Gelegenheit zum Austausch mit anderen Anwesenden.